Pressemitteilungen über die Sulinger Kirche

Quelle: Sulinger Wochenblatt vom 15.12.2010

Wo Sulingens Lange Straße jetzt weitergeht

Sulingens Kirche mit Neuerungen aufgewertet

SULINGEN (sdt). Wenn Marion Müller in diesen Tagen die St. Nicolai-Kirche in Sulingen betritt, schweifen ihre Augen freudig durch das Gotteshaus. Und das liegt keineswegs nur an der ansprechenden weihnachtlichen Dekoration.

Doch neben der Küsterin geht das im Moment nur wenigen Besuchern so. „Wer nicht weiß, was hier in diesem Jahr so alles passiert ist, der bemerkt das Ausmaß nicht unbedingt auf den ersten Blick“, hat Marion Müller in jüngster Zeit häufig amüsiert festgestellt.

Die Kirche wurde mit einigen Neuerungen aufgewertet und an die aktuellen Anforderungen angepasst. Doch nur eine der Aktionen war kaum zu übersehen – der Auszug der alten und der Einzug der neuen Kirchenbänke (wir berichteten). Das Unterfangen zog das Interesse der Öffentlichkeit insbesondere durch die spektakuläre „Vermarktung“ des bisherigen Gestühls auf sich. Mittlerweile sind die Sitzgelegenheiten in alle Himmelsrichtungen verteilt und sorgen bei ihren neuen Besitzern für Freude. Nur wenige der Bänke sind noch in der Sulinger Kirche, wo sie an Tagen großen Andrangs gerne genutzt werden.

An das neue Gestühl haben sich die Kirchenbesucher längst gewöhnt und erfreuen sich nach wie vor am Genuss, knarr- und wackelfrei die Gottesdienste verfolgen zu können.

„Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil“, kommt Marion Müller auf den Mittelgang zu sprechen, den es nun in St. Nicolai gibt – in ost-westlicher Ausrichtung. „So als würde hier die Lange Straße jetzt weitergehen“, berichtet sie schmunzelnd was man in Sulingens Kirchenkreisen jüngst humorvoll feststellte.

Aber in der Sulinger St. Nicolai-Kirche hat sich in diesem Jahr weit mehr getan – effektive Details, die erst bei näherer Betrachtung ins Auge fallen

Das neue Gestühl in der Sulinger St. Nicolai-Kirche ermöglicht einen Mittelgang.

Foto: Schmidt

Optisch und praktisch auf Vordermann

Sulingens Kirche mit wertvollen neuen Details

SULINGEN (sdt). „Der Mittelgang, den die neuen Bänke in unserer Kirche ermöglichen, hat viele Vorteile“, schwärmt Marion Müller. Die Küsterin von St. Nicolai erzählt vom veränderten Blick auf den Altarraum oder auch von Brautpaaren, die nun noch malerischer durch das Sulinger Gotteshaus schreiten können.

„Diese neue ‚Ansicht’ haben viele bereits wahrgenommen“, sagt Marion Müller augenzwinkernd und verweist auf eine weitere Neuerung im vorderen Bereich der Kirche, die so dezent zu sein scheint, dass sie kaum auffällt: „Die Kanzel wurde mit Kalksandstein verkleidet und bildet jetzt eine optische Einheit mit Altar und Taufstein.“

Doch was sich so perfekt ins Bild fügt, dass es der Betrachter nicht gleich bemerkt, ist das Ergebnis schwerer Arbeit. „Die Platten haben ein gewaltiges Gewicht und sind vom Steinmetz per Hand so verziert worden, dass sie den Altarsteinen entsprechen“, erklärt Marion Müller und kommt auf detaillierte Berechungen zu sprechen, die der Montage vorangehen mussten.

Neu in der Ausstattung der Kirche sind aber beispielsweise auch eine Leinwand und eine Lichtanlage. „Damit werden die Möglichkeiten, Gottesdienste zu gestalten, erheblich erweitert“, hat die Küsterin bereits „live“ erlebt. „Man arbeitet sehr professionell und hat mit den verschiedenen Lichteffekten etliche Wahlmöglichkeiten, um das Ambiente zu verschönern.“ Allerdings ist der Aufbau mit einigem Aufwand verbunden. „Wenn ich gemeinsam mit Cord-Borchers-Rohde den ‚Neusehland-Gottesdienst‘ vorbereite, brauchen wir etwa anderthalb Stunden, um alle notwendigen Gerätschaften für Ton und Licht am richtigen Platz zu haben“, gewährt Marion Müller einen Blick hinter die Kulissen.

Doch nicht nur optisch und akustisch ist Sulingens St. Nicolai-Kirche in diesem Jahr auf Vordermann gebracht worden: „Auch in praktischer Hinsicht hat es positive Veränderungen gegeben.“ Zwei neue maßgeschneiderte Schränke machen das Arbeiten übersichtlicher. Nicht nur im unteren Teil der Kirche, sondern auch im Bereich der Orgel. Dort sind nun verschiedene Gerätschaften nicht nur effektiv, sondern auch sicherer vor Staub und „Langfingern“ untergebracht.

„Das bringt einen weiteren Vorteil mit sich“, sagt Marion Müller und berichtet vom jetzt zur Verfügung stehen Platz im Turm, wo nun genügend Raum für eventuelle Notfälle zur Verfügung steht. „Dort haben wir auch eine Bahre und unseren Notfallkoffer“, erklärt die Küsterin einen weiteren positiven Effekt der Veränderungen in diesem Jahr, an denen sich auch die Stiftung „Kirche für Sulingen“ beteiligte.

Ebenfalls neu ist die Verkleidung der Kanzel in der St. Nicolai-Kirche.

Fotos: Schmidt

Küsterin Marion Müller (r.) und Kantorin Stefanie Schneider genießen das jetzt ermöglichte übersichtliche Arbeiten mit den Gerätschaften im Bereich der Orgel.


Quelle: Sulinger Wochenblatt vom 21.10.2009

Wenn Bänke Geschichte(n) schreiben…

Auch Web-Master Dirk Siemering greift zur Feder

SULINGEN (sdt). Dass der Gemeindespiegel der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen stets großen Lesegenuss verspricht, stellt er mit jeder neuen Ausgabe nachhaltig unter Beweis. Seit einiger Zeit schreiben darin auch die Kirchenbänke Geschichte(n).
Während es anfangs recht trocken und ohne großen Humor um die „Altersschwäche“ des bisherigen Gestühls und die Überlegungen rund um die Realisierung einer Erneuerung ging, machte sich mit der Lösung des Problems auch bald eine ansteckende Heiterkeit in der Gemeindespiegel-Berichterstattung breit.
Im Vorfeld des „Auszugs“ der alten Bänke sorgte auch die Suche nach neuen Besitzern für Aufsehen (wir berichteten). „Dass das Interesse so groß sein würde, hätten wir nicht gedacht“, freut sich Dirk Siemering, Organisator dieser Aktion, noch heute über die aufregenden Wochen im Sommer. Siemering, gleichzeitig auch Verantwortlicher für den Internetauftritt der Kirchengemeinde unter www.kirche-sulingen.de, führte viele Gespräche und schrieb so manche E-Mail in Sachen Kirchenbänke.
„Viele der Anwärter kannte ich bereits, da sie aus Sulingen und der Umgebung kommen“, berichtet er. „Andere aber kamen über das Internet auf mich zu.“ Frühere Sulinger oder Menschen, die einfach begeistert von dem recht ungewöhnlichen Weg waren, das alte Mobiliar sinnvoll „unter die Leute zu bringen“, bekundeten reges Interesse.
Auch dass im Gemeindespiegel – und somit natürlich auch auf den Internetseiten – fantasievoll die alten Kirchenbänke zu Wort kamen und aus ihrer vermeintlichen Sicht deren 46-jährige, von vielen freudigen, traurigen oder auch erhebenden Begebenheiten begleitete Geschichte im Sulinger Gotteshaus erzählt wurde, verfolgte die Leserschaft mit Beifall.
Für die aktuelle Ausgabe der Kirchenzeitung griff auch Web-Master Siemering zur Feder, um die früheren Sitzgelegenheiten ein weiteres Mal zu Wort kommen zu lassen. „Wir sind stolz auf unsere jungen Nachfolger. Seit dem 2. August 2009 sind sie im Dienst, und wir können uns aufs Altenteil zurückziehen“, lässt er sie sagen. Und weiter: „Aber auch die Alten werden gebraucht, und das ist schön so.“
Zunächst sei die Nachfrage nicht so groß gewesen, zitiert Siemering die Bänke, die sich auch noch gut an den großen Ansturm nach der Veröffentlichung im Sulinger Wochenblatt erinnern: „…übertraf die Nachfrage das Angebot. Es tut uns Leid für diejenigen, welche gerne weiter auf uns ‚gesetzt’ hätten, aber manchmal kommt man zu spät.“

 

Nicht einfach in den Müll

 

Freude über Verwendung der alten Kirchenbänke

 

SULINGEN (sdt). Auch wenn in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen nach wie vor große Freude herrscht über das neue Gestühl in der St. Nicolai-Kirche, schweifen die Gedanken immer auch noch zu den Vorgängermodellen (Fortsetzung von der Titelseite). Diese kamen Dank umsichtiger Planung nicht einfach in den Müll, sondern werden heute andernorts gerne genutzt.
Die Wertschätzung der bisherigen Besitzer der Kirchenbänke, die sich bereits in der ebenso liebevollen wie mühsamen Anstrengung bei der Suche nach neuen Verwendungsmöglichkeiten widerspiegelte, wird jetzt auch in der originellen Berichterstattung im Gemeindespiegel deutlich: „Vielen machen wir eine große Freude“, zitiert der aktuelle Autor Dirk Siemering die ausrangierten Sitzgelegenheiten, die quasi über seine Feder von ihren Erlebnissen berichten.
Wie zum Beispiel eine 1,90 Meter lange Bank, die jetzt weit entfernt von Sulingen in einer Küche steht. „Meine neue Besitzerin kenne ich noch aus den 80er Jahren. Sie kam regelmäßig in die Jungschar und hat am Heiligabend oft einen Engel gespielt“, heißt es zu Beginn der originellen Geschichte. Die junge Frau hatte schon lange von einer Kirchenbank als Sitzmöbel in ihrer Küche geträumt. Ihre Mutter reagierte sofort, als sie von der Bankverteilung hörte und sicherte ihrer Tochter das gute Stück, das die anschließende lange Reise bestens überstand und sich nun andernorts zu Hause fühlt.
Aufregend ist das neue Wirken für acht Kirchenbänke von jeweils 2,40 Metern Länge: Sie bestücken jetzt ein grünes Klassenzimmer, und auch dort ist es so, dass die Sitzenden an dieser Stelle wertvolles Wissen fürs Leben mitnehmen.
„Wir hatten am meisten Sorgen, dass uns niemand aufnehmen wollte“, erinnern sich laut Dirk Siemering zehn 4,80-Meter-Bänke, die inzwischen in einer Scheune untergebracht sind und als Sitzplätze für einen Gottesdienst, dann allerdings im Freien, dienen sollen. „Sollte ein Leser jemanden kennen, der uns aufgenommen hat, dann kommt diesen doch mal besuchen und setzt euch wieder auf uns nieder, wir würden uns darüber sehr freuen“, lässt der Autor die Bänke sagen und freut sich über die freundschaftlichen Rückmeldungen, die ihn auch mehr als drei Monate nach der Aktion immer noch erreichen.

 

Auch in einer modernen Küche macht sich eine Kirchenbank sehr gut und erlaubt dort ein völlig anderes Sitzgefühl.

Foto: Privat

Für Dirk Siemering sind die alten Kirchenbänke immer noch ein Thema, denn aus der Aktion entstanden viele Kontakte.

Foto: Schmidt

 

Quelle: Sonntags-Tipp vom 02.08.2009

Heute „erstes Sitzen“

 

In Sulingens Kirche wird das neue Gestühl eingeweiht

 

SULINGEN (sdt). Was lange währt, wird endlich gut – auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sulingen kann davon ein Liedchen singen: Rund drei Jahre gingen ins Land vom Beschluss, ein neues Gestühl anzuschaffen, bis zur Einweihung der neuen Bänke heute.
Und sicher werden sich die Kirchenbesucher der freudigen Feststellung von Küsterin Marion Müller und Pastor Jörg Schafmeyer anschließen: „Es ist jetzt viel heller hier.“ Gestern und auch vorgestern hielten die neuen Sitzgelegenheiten Einzug in die Kirche und begeisterten die beiden sehr – und das aus verschiedenen Gründen.
Vorbei sind die Zeiten, als knarrende Bänke die Andacht störten, als zu schmale Sitzflächen für Unbequemlichkeit sorgten und als nach und nach immer mehr defekte Teile ausgemustert werden mussten. Die neue komfortable Situation hat die Kirchengemeinde einiges gekostet. Einerseits knapp 50 000 Euro, so Pastor Schafmeyer. Andererseits viel Geduld und langes, gründliches Planen.
Was das Geld betrifft, so spricht der Pastor großen Dank aus: „Die Bänke wurden aus Spendenaufkommen finanziert. Das macht deutlich, dass sich die Sulinger mit ihrer Kirche identifizieren.“
Die umfangreichen Planungen drehten sich längst nicht nur um Form und Material der Bänke, sondern beispielsweise auch um die Vorgaben des Amtes für Bau- und Kunstpflege Osnabrück, das das Vorhaben fachlich begleitete.
Unentwegt war dabei der eigens eingerichtete „Kirchenbankausschuss“ der Kirchengemeinde am Werk und erfuhr zum Beispiel, dass Bank nicht gleich Bank ist, sondern dass es vielfältige „Erscheinungsformen“ gibt. „Schließlich wurden unsere bisherigen Bänke als Vorbild genommen“, berichtet Pastor Jörg Schafmeyer. Modifiziert nach den Wünschen der Verantwortlichen entstanden die neuen Sitzgelegenheiten aus massivem Eichenholz. „Das verspricht eine lange Lebensdauer.“
So erhofft man sich nach dem „ersten Sitzen“ heute eine wesentlich längere Haltbarkeit als bei den soeben verabschiedeten Vorgängern, die aus dem Jahr 1963 stammten.

 

 

ZWAR NICHT als leichtes, aber dafür als ein für alle Beteiligten erfreuliches Unterfangen erwies sich gestern und vorgestern der Einbau der neuen Sulinger Kirchenbänke. Foto: Schmidt

 


Quelle: Sonntags-Tipp vom 26.07.2009

Kirchturm auch als Lebensraum

Sehenswürdigkeiten in Sulingen

 

SULINGEN (am). „Stadtverführer“– ein Wortspiel mit Hintergrund: Mit der gleichnamigen Hochglanzbroschüre präsentiert sich Sulingen den Gästen und allen Interessierten von den schönsten Seiten. Die Wahrzeichen der Stadt wechselten im Laufe der Jahre. Nach wie vor zählt jedoch die Kirche dazu.
Mitten im Herzen von Sulingen und von allen Himmelsrichtungen aus gut sichtbar ist diese erste Sehenswürdigkeit der „Tour durch Sulingen“ zu finden: Die St. Nicolai-Kirche. Mit ihrem 49,50 Meter hohen Kirchturm überragt sie alle anderen Gebäude der Stadt. Das dreischiffige Gotteshaus wurde um 1575 erbaut – es soll allerdings schon zwei Vorgänger an derselben Stelle gegeben haben.
Bereits um das Jahr 1000 soll hier eine Holzkirche gestanden haben, die im 13. Jahrhundert durch eine einschiffige Feldsteinkirche ersetzt wurde. St. Nicolai diente seit der Fertigstellung nicht allein als Andachtsstätte: Um 1795 wurde sie als Lazarett genutzt und während der Franzosenzeit gar als Arrestlokal.
Grundsätzlich kann diese Kirche von interessierten Besuchern auch von innen besichtigt werden. Derzeit wird allerdings ein neuer Holzfußboden eingepflegt, und anschließend soll der Kirchraum mit neuen Bänken bestückt werden. Das verschönerte Innenleben ist dann ab dem 2. August täglich von 10 bis 17 Uhr zu bewundern.
Auch Turmbesteigungen sind nach Absprache möglich. Dieser Kirchturm hat übrigens auch heute noch eine mehrfache Funktion: Er ist nicht allein die Behausung der Glocken, sondern auch zahlreiche Vögel finden hier einen geschützten Raum. Vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist St. Nicolai darum auch als „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet. Außerdem ist er neuerdings das Domizil der hochmodernen Webcam des Computerclubs Sulingen.
Weitere Informationen rund um St. Nicolai finden Interessierte im Internet unter www.kirche-sulingen.de.

Auch der NABU weiß den Sulinger Kirchturm zu schätzen.

Die St. Nicolai Kirche ist seit jeher ein Wahrzeichen Sulingens

(Fotos: May)


Quelle: Sulinger Wochenblatt vom 22.07.2009

„Run“ auf Kirchenbänke

Dirk Siemering überrascht von großer Nachfrage
 

SULINGEN (sdt). Kaum hatte das Sulinger Wochenblatt die Öffentlichkeit über die Kirchenbank-Aktion der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Sulingen informiert, lief bei Dirk Siemering das Telefon heiß. „Unser Ansinnen, die alten Kirchenbänke gegen eine kleine Spende abzugeben, löste eine unerwartet große Nachfrage aus“, berichtet er.
Überrascht von diesem „Run“ konnten Siemering und die Verantwortlichen der Kirchengemeinde ihre Überlegungen einstellen, wo die ausgedienten Sitzgelegenheiten aus dem Gotteshaus untergebracht werden könnten.
In diesen Tagen holen die neuen Eigentümer ihre „Schnäppchen“ ab, so dass dann der Kirchenboden überarbeitet und die nächsten Bänke eingebaut werden können.
„Das bisherige Gestühl wird vielfältige Verwendung finden“, hat Siemering erfahren. Beispielsweise als Küchenbank einer ehemaligen Sulingerin, die – begeistert von der Aktion – sich sofort ein originelles Erinnerungsstück aus ihrer alten Heimat sicherte. Aber auch als Sitzmöglichkeiten in einem grünen Klassenzimmer, bei Freiluftgottesdiensten oder auch in einem noch in der Entstehung befindlichen Café werden die Bänke „eingesetzt“. „Zunächst schien es, als würden die großen Exemplare mit ihrer Länge von 4,80 Metern uns erhalten bleiben“, blickt Siemering zurück. Doch der Hinweis, dass die guten Stücke durchaus durchgeschnitten werden können, ohne dass sie an Funktionalität einbüßen, ließ so manchen Unentschlossenen dann doch zugreifen. „Das Interesse war so groß, dass wir glatt die doppelte Menge an den Mann beziehungsweise die Frau hätten bringen können“, freut sich Dirk Siemering über den Erfolg der ungewöhnlichen Aktion.

Die ersten Sulinger Kirchenbänke wurden jetzt bereits abtransportiert


Quelle: Sulinger Kreiszeitung vom 04.03.2009

Vielfältiges "Brot für die Seele" entstand

Mehr als 80 Kinder und Erwachsene folgten dem Aufruf der Kirchengemeinde, kreativ zu werden

04.03.2009 · SULINGEN (ab) Mangels Kirchenglocken ließ Pastor Jörg Schafmeyer Wassergläser erklingen, um sich Gehör zu verschaffen: Nicht nur der Aufruf der ev.-luth.-luth. Kirchengemeinde Sulingen, zum Thema "Fünf Brote und zwei Fische" kreativ zu werden war auf große Resonanz gestoßen, zur Eröffnung der Ausstellung mit den entstandenen Werken füllte sich am Montagabend das Gemeindehaus an der Lindenstraße mit Gästen. "Ich bin überrascht, dass so viele gekommen sind - von euch Kindern, eure Eltern, Lehrer und von den Erwachsenen, die sich beteiligt haben", freute sich Schafmeyer und bedankte sich herzlich bei den großen und kleinen Künstlern. Bilder und Texte hatten sie eingereicht, Schulklassen der Grundschule und des Gymnasiums schufen Gemeinschaftsarbeiten, so dass insgesamt über 80 Personen mitmachten. "Wir können hier leider nur einen Teil der Werke ausstellen", bat Schafmeyer um Verständnis."Fünf Brote und zwei Fische" - das Thema bezieht sich auf die "Speisung der Fünftausend" aus dem Matthäus-Evangelium, doch das Brot tauche als Symbol in vielen Bibelgeschichten auf, beim Letzten Abendmahl etwa oder in Form des Manna, das Gott herabregnen ließ, um die Israeliten auf ihrer Wanderschaft durch die Wüste zu versorgen. "Wir alle sind darauf angewiesen, täglich zu bekommen, was man zum Leben braucht. Das gilt auch für das ,geistige Brot für die Seele'." So heißt es in einem Text, den Marion Müller einreichte, bezogen auf Jesus: "Brot bist du, Brot des Lebens". Es scheint unmöglich, die Menschenmasse, die gekommen ist um Jesus zu hören, satt zu bekommen. Doch Jesus fordert seine Jünger auf, dass, was da ist - fünf Brote und zwei Fische - mit allen zu teilen. "Und siehe da, wenn man teilt, dann reicht es. Dabei kann man sich eine Menge denken, angesichts des Welthungerproblems", so Schafmeyer.

Auf viele Werke ging Schafmeyer ein, etwa die Gemeinschaftsarbeit der Grundschulklasse 4a: "Es zeigt die Reaktionen auf das von Jesus gewirkte Wunder - die einen halten ihn für einen ,coolen Typen', die anderen - die Pharisäer - für einen Scharlatan." In der Arbeit der Jugendgruppe der freikirchlichen Gemeinde symbolisiert das Kreuz das Leid der Hungernden in der Welt, aber auch den christlichen Weg, durch den ihnen die Menschen in den reichen Ländern helfen könnten. So auch die Botschaft eines Holzschnitts von Holger Hertwig, "Es ist genug für alle da" - Motto der 50. Aktion "Brot für die Welt".

Alle Arbeiten, die für ein Jahr im Gemeindehaus gezeigt werden, sind preiswürdig. Doch die Jury, bestehend Ilga Bliek, Bärbel Bochnig, Boris Reinsch und Jörg Schafmeyer, hatte eine Entscheidung zu treffen: Der "1. Preis" - ein Lehrbuch der Zeichenkunst beziehungsweise ein Malset inklusive Staffelei - wurde Jessica Klinker aus Borstel (Klasse 7a des Gymnasiums) und Céline Bultmann aus Sulingen (Klasse 3d der Grundschule) zugesprochen. Alle Kinder bekamen Tüten mit Knabberzeug, die Erwachsenen Brote - beides in Fischform.

Der Abend klang mit einer Geschichte von Rudolf Zilz aus, die er selbst vorlas. Kindheitserinnerungen an ein Weihnachtsfest einer Flüchtlingsfamilie nach dem Krieg - hier wurde ein Holzdackel auf Rädern zum "Brot für die Seele".

 

Pastor Jörg Schafmeyer mit den Gewinnerinnen Jessica Klinker (l.)

und Céline Bultmann (Mitte, unter dem von ihr gemalten Bild).Foto: Behling


Quelle: Sulinger Kreiszeitung vom 03.03.2009

Seit zehn Jahren ,rockiges′ Gotteslob

Gelebter Glaube einer wachsenden Gemeinschaft / 248 Gäste beim ′Jubiläums-J-Day′

03.03.2009 · SULINGEN (mks) "Was verstehen Sie unter J-Day?" Eine Umfrage unter Sulinger Passanten dokumentiert den (Un-)Bekanntheitsgrad des Engagements der Jugend in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Das Spektrum der Antworten reicht von "Ist mir gänzlich unbekannt" bis zu "Ein toller Jugendgottesdienst an jedem letzten Samstag im Monat".

Carsten Wutzke sorgte am Sonnabend mit seinem "Geburtstagsvideo" zum "Zehnjährigen" für eine gelungene Einstimmung des Gottesdienstes, der mit 248 Teilnehmern aus dem üblichen Rahmen fiel. "Normalerweise haben wir um die 100 Besucher", freute sich Mitorganisatorin Carolin Bodenstab über die große Resonanz.

Schon an der Vorbereitung waren einige einstige Mitstreiter beteiligt, Musiker der Rockband vergangener Jahre übernahmen unter der Regie von Gründungsmitglied Lars Meyer die musikalische Gestaltung des "J-Days" und viele weitere Ehemalige kamen als Gäste. Als die Band den Song "We want to see Jesus lifted high" anstimmte, verstummten alle Gespräche, Aufstehen und Mitsingen war angesagt. "Rockiges" Gotteslob - kein Widerspruch, sondern seit zehn Jahren gelebter Glaube einer "wachsenden Gemeinschaft", freut sich das "J-Day"-Team.

Johannes Müller, Jugendpastor aus Huchting, griff das Thema "Verräter - doch es bleibt unter uns" auf. Das Fazit seiner Predigt, die er mit Interviews im vollbesetzten Kirchenschiff ("Sitzt du neben einem Verräter?") eröffnete: "Judas ist jemand wie du und ich. Der Unterschied: Seine Geschichte ist in der Bibel, meine nicht."

Als Überraschungsgäste nahmen Nicole Matheus und Ingo Jaeger vom Kreisjugendkonvent am "J-Day" teil, der traditionell von Jugendlichen, aber nicht nur für Jugendliche konzipiert ist. Nicole Matheus lobte das Durchhaltevermögen, die Freude und Motivation des Sulinger "J-Day"-Teams als "etwas Besonderes", Kreisjugendwart Ingo Jaeger unterstrich den Ideenreichtum und die Professionalität, mit der die jugendlichen Mitarbeiter Gleichaltrigen biblische Orientierung geben - nicht nur sporadisch, sondern in monatlichen Gottesdiensten. Im Namen des Kreisjugendkonvents überreichten sie den Teamleitern Carolin Bodenstab und Eike Gellermann als Präsent ein Altarkreuz.

Er verfolge den "J-Day" seit acht Jahren, erklärte Pastor Jörg Schafmeyer. Dass das Engagement der Jugendlichen seit so langer Zeit ungebrochen ist, führe er auf das "Wort Gottes" zurück, das im Mittelpunkt stehe. Dennoch sei es "sehr bemerkenswert", dass die "Staffel" immer weitergegeben werden konnte: "Jeder, der mit Jugendarbeit zu tun hat, weiß, wie schwierig das ist." Sein Dank galt in diesem Zusammenhang Diakon Dieter Krüger für seine Mitarbeit.

Im Anschluss an den fast zweistündigen Gottesdienst reichte das "Bistro-Team" Salzstangen und Getränke, das Fest setzte sich im Gemeindehaus an der Edenstraße fort.

"Zehn Jahre ,J-Day' - Anlass für eine Feier im besonderen Rahmen", fanden Gastgeber und Gäste.

 

Ein Altarkreuz überreichte der Kreisjugendkonvent. Fotos: mks